"Jüdischer Charakter"

Judentum: Der Rabbiner und ehemalige Vorsitzende des American Jewish Congress Arthur Hertzberg hat sich auf provokante Weise der Frage gestellt, wer Jude ist.

Iris Buchheim | Extra | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Judesein heißt, sich von der Strömung des uralten Flusses, der immer weiterfließt, tragen zu lassen. Die Reise geht weiter." Mit diesem Wort der Zuversicht endet Arthur Hertzbergs gewagter, wahrhaft unorthodoxer Definitionsversuch des "jüdischen Charakters", der sich im Wesentlichen von Abraham - der "Urquelle der jüdischen Identität" - bis heute durchhalte.

Anlass für dieses Buch, das der Religionswissenschaftler, Rabbiner und ehemalige Vorsitzende des American Jewish Congress zusammen mit Aron Hirt-Manheimer verfasste, ist die weltweit zu konstatierende Zerrissenheit in der jüdischen Gemeinschaft, die heute "die Zukunft des gesamten jüdischen Volkes" bedrohe: Orthodoxe lehnen die Zusammenarbeit mit konservativen Rabbinern und Reformjuden ab und tendieren dazu, allen modernen jüdischen Bewegungen die Legitimation abzusprechen.

Das betrifft die Nachkommen der Holocaust-Überlebenden, die nicht zuletzt mit der Gleichstellung der Frauen dabei sind, neue Wege im Judentum zu erschließen.

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