"Fischer, sei geworfen"

Theologie: In einem 500-seitigen Opus ist Francesco Carotta um den Nachweis bemüht, dass Jesus Christus in Wahrheit Julius Cäsar gewesen ist.

Extra | Albert Christian Sellner | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Gegen die akademischen Wissenschaften wird häufig der Vorwurf erhoben, sie verlören sich zunehmend in Spezialstudien. Immer mehr werde über immer weniger erforscht, wodurch die wirklich großen Zusammenhänge aus dem Blick gerieten. Doch damit nicht genug: Um Weitschweifigkeit und Schwulst, obskure Logik and schiere Dummheit wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu verspotten, wurde 1956 in den USA sogar eine eigene Zeitschrift gegründet, das Journal of Irreproducible Results, das kürzlich unter dem Namen Annals of Improbable Research wieder erstanden ist.

Der Freiburger Gelehrte Francesco Carotta überbietet derlei Späße mit purem Umfang. Auf mehr als 500 Seiten unternimmt er den völligen Umsturz aller tradierten Auffassungen über die Entstehung des Christentums - gipfelnd in der verblüffenden These "Jesus war Cäsar". Darauf kam wirklich noch keiner, und allein deshalb verdient Carottas Opus Würdigung. Obwohl er seine Leser schon mit dem ersten Satz ("Am Anfang war der Jokus")


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