Schaufenster zur Natur

Kulturgeschichte: Wie sich das Ausstellen von exotischen Tieren im Laufe der Jahrhunderte veränderte, wird von Eric Baratay und Elisabeth Hardouin-Fugier in ihrer "Zoo"-Studie rekonstruiert.

Extra | Mitchell Ash | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Das Ausstellen der ungezähmten Kreatur in Gesellschaften, die sich als zivilisiert betrachten, ist eine Konstante der Menschheitsgeschichte" - die Formen der Betrachtung variieren aber je nach Epoche. So lautet die Hauptthese des Buchs "Zoo", in dem Eric Baratay und Elisabeth Hardouin-Fugier seine vielfältigen Funktionen und Erscheinungsformen von der Menagerie zum Tierpark nachzeichnen.

Ging es noch im 15. Jahrhundert um nichts weiter als einen Hof mit Nutztieren, so ließen sich Adelige seit dem 17. Jahrhundert barocke Naturtheater konstruieren, in denen exotische Tiere zusammen mit kunstvoll gestalteten Gärten zu einer "Szenografie" vereinigt wurden, die Vorstellungen eines Arkadien verkörpern sollte. Formvollendete Exemplare solcher Menagerien waren die Ensembles im Versailles des Louis XIV. und ab 1752 die kaiserliche Menagerie im Garten des Schlosses Schönbrunn.

Wenige Jahrzehnte nach der Gründung des ersten modernen Tiergartens - als Teil des Musee d'Histoire Naturelle in Paris


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