Ökonomiegeschichte: Wiederentdeckt: Charles Babbage

Extra | Meinhard Brandl | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Zu einer Zeit, da sich in England die Umstrukturierung der Gesellschaft im Zuge der industriellen Revolution in heftigen Klassenkämpfen entlud, mochte die Idee, dass sukzessive Steigerung der Produktivität mit dem Wohle aller kompatibel sei, einigermaßen kontrafaktisch anmuten. Nichtsdestotrotz verfocht sie der britische Mathematiker Charles Babbage in dem 1832 erschienenen Buch "The Economy of Machinery and Manufactures" mit größter Zuversicht.

Das unlängst in deutscher Übersetzung neu edierte Werk ist in vielerlei Hinsicht von Interesse: Es ist bietet unter anderem detaillierte Schilderungen der wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen dieser Zeit sowie der damals herrschenden sozialen Verhältnisse - wovon im Übrigen auch der Babbage-Leser Karl Marx profitierte. Und so manches von damals ist auch heute virulent: die kreative Partizipation der in der industriellen Produktion tätigen Menschen beispielsweise oder Konzentrationsprozesse auf dem Markt - in diesem Zusammenhang


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