Die mediale Perversion

Medienkritik: Ignacio Ramonet, der Direktor von "Le Monde diplomatique", hat einen larmoyant geratenen Abgesang auf die Journalistenzunft verfasst.

Extra | Frank Hartmann | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Was ist nicht schon alles gelästert worden über die Unsitten und die Verbrechen der Medien. Alles zahnloses Zeug, scheint es, genauso wie der unzeitgemäße Wunsch nach einer neuen Ethik im Journalismus. Denn von der Logik des Kapitals hinweggefegt, folgen die Medien der Massenkommunikation sehr viel eher der Profitmaximierung als den politisch-emanzipatorischen Zielen der Aufklärung. Welche Enttäuschung, dass sich auch mit den neuen Medien bis auf ein paar Effekte nichts daran ändert.

Wundert sich noch jemand darüber? Ignacio Ramonet tut es und fordert wieder "Wahrheit und moralische Aufrichtigkeit" in den Medienberufen. Der Direktor der anspruchsvollen politischen Monatszeitschrift Le Monde diplomatique bleibt dabei einem Gestus verpflichtet, der mit naivem Konservativismus zu umschreiben nicht falsch wäre: Der hehre Journalist und sein besonnener Redakteur informieren die braven Bürger über die Welt da draußen, auf dass diese sich bessere. Aber die Welt funktioniert leider ganz


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