Die Kunst als Affe der Natur

Kunstgeschichte: In drei neuen Arbeiten wirft der deutsche Kunsthistoriker Horst Bredekamp unverstellte Blicke zurück auf eine Zeit, in der Kunst- und Naturbetrachtung noch nicht geschieden waren.

Extra | Inge Podbrecky | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Der berühmte britische Mathematiker Allan M. Turing hat in seiner Schrift "Computable Numbers" (1936) das Bild einer leeren Fläche verwendet, die von einem Programmierer mit immer wieder neuen Eintragungen gefüllt wird. Auf der Oberfläche werden Denkvorgänge in der Sphäre der Bilder und Symbole durchgespielt. Einen merkwürdig stimmigen Vorgänger hat Turings Tafel in der Illustration zu einem 1640 erschienenen Text, in dem das Gehirn als weiße Leinwand dargestellt wird: Alle Kenntnisse und Ideen, die die Menschen beim Sündenfall verloren haben, tragen sie nach und nach wieder auf die weiße Leinwand ein.

Der Einfluss visueller Eindrücke auf die Wissenschaft des 17. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der Untersuchungen von Horst Bredekamp. Anhand dreier Schlüsselfiguren - Galileo Galilei, Francis Bacon und Thomas Hobbes - erzählt er die frühe Wissenschaftsgeschichte aus einem neuen Blickwinkel: In seinem Band "Antikensehnsucht und Maschinenglauben" gelingt ihm der Nachweis einer


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