Musiksozialisation: Die erste Platte

Extra | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Mit der ersten Platte verhält es sich ähnlich wie mit dem ersten Sex: Es wird ihr einige Bedeutung zugeschrieben, doch selten ist sie tatsächlich so toll, wie die meisten behaupten. In "Meine erste Platte" erzählen mehr oder wenige prominente Menschen von der Faszination ihres ersten käuflich erworbenen Tonträgers. Gleich im Vorwort stellt Herausgeber Holger Jenrich fest: "Natürlich lügen sie alle wie gedruckt. Natürlich hatte niemand die größten Erfolge der Beatles als erste Platte. Oder die fiesesten Songs der Stones. Oder die größten Schnulzen der Bee Gees. Nein, die ersten Langspielplatten unseres Leben hießen ,Susi und Strolch' [sic!] oder ,Kleiner König Kalle Wirsch'." Dennoch behauptet etwa ein Viertel der versammelten Autoren, die erste Platte sei eine Beatles-LP gewesen, weitere Mehrfachnennungen sind die Rolling Stones, Elvis - und Slade. Am exzentrischsten ist vielleicht ein Journalist, der schon mit vierzehn zu Wahnwitzigem wie der Doppel-LP "Tanz der Lemminge"

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