Gefährliche Kreuzungen

Cultural Studies: Ein Universitätsprofessor für "Ethnic Studies" in San Diego, Kalifornien, begibt sich an die Schnittstellen zwischen Popmusik, ihren bisweilen "exotischen" Einflüssen und der alles vereinnahmenden Industrie.

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Es ist der weltweit wohl erste buchlange Versuch, subversive lokale Elemente von (Pop-)Musik und die globale Vermarktung ebendieser Musik zu untersuchen, den George Lipsitz da unternommen hat. Der kalifornische Universitätsprofessor beleuchtet die häufig verschlungenen Pfade, auf denen aus den verschiedensten Einflüssen neue Musikgattungen entstanden, die die Grenzen des bisher Bekannten sprengten. So stellt HipHop für ihn "Grundideen von kultureller Produktion infrage, wenn ständig zitiert, übernommen oder auch gestohlen wird, was zu einem gemeinsamen kulturellen Gedächtnis gehört." Und dazu gehört eben nicht nur Funk a la James Brown.

Womit wir beim Kapital wären. Denn im Gefolge von Kraftwerk, die von sich behaupten können, die einzige weiße Band zu sein, die schwarze Musik(er) nachgehend beeinflusst hat und dementsprechend oft gesampelt wird, erreichte in den Achtzigern viel "weiße" Musik von den Eurythmics bis zu Sting schwarze Jugendliche. Produzenten wie Puff Daddy müssen


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