Der Unbesiegbare

Russland: Wladimir Putin, zukünftiger russischer Präsiden, sorgt in Russland für den Einzug der Normalität. Wie lange noch?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Die Reise nach St. Petersburg Anfang März hätte sich Tony Blair besser erspart: sein Zusammentreffen mit Russlands Wladimir Putin im einstigen Sommerpalast der Zaren demonstrierte vor allem das zynische Machtkalkül des Westens im Umgang mit der russischen Demokratie. Im Mariinski-Theater sahen sich die beiden Politiker die Prokofjew-Oper "Krieg und Frieden" an. Dem ansonst so auf Moral bedachten Briten waren einige sorgenvolle Worte zum Tschetschenienkrieg Entschuldigung genug für das Tete-a-Tete mit dem Präsidentschaftskandidaten im Kreml. Der Westen setzt auf den russischen Kriegsherrn. Das war das klare Signal im laufenden russischen Wahlkampf.

Von Madeleine Albright bis zu Bill Clinton lautet die Botschaft, lange vor der Entscheidung der russischen Wähler: Der Geheimdienstmann an der Spitze des russischen Staates ist jemand, mit dem man "ins Geschäft kommen" könne. Wie aus der Propagandaabteilung des Kreml klingen die Lobessprüche aus Washington und London. Den festen Händedruck,


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