Resignative Resistance

Kärnten-Kultur: In einem "Falter"-Bericht über Haiders/Mölzers Kärntner Kulturpolitik wurde der Künstler Reimo Wukounig als Opfer freiheitlicher Instrumentalisierung dargestellt. Eine Berichtigung.

Vorwort | Reimo Wukounig | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Eigentlich sollte es eine Laudatio werden, damals. Ich wollte etwas erklären, Plastikrosen streuen, über Künstlerhaltung sprechen; darüber, dass viele von uns auch ein wenig Nachläufer des Aktionismus, also kleine Provokateure, in gewissem Sinne auch Profiteure sind. Doch was ich sah und hörte, änderte alles. Zornige Unvernunft hatte mich ergriffen, innerstes Unbehagen keimte auf gegen dieses blinde Einverständnis, Ärger über diese Zwangsjackensolidarität. Märtyrerhaft gesalbtes Wehklagen, tiefe Schluchzer - verfolgte, gehetzte Künstlerschaft saß am Podium1, meine Stimmung kippte. Hätte ich doch einfach gesagt, "Kolig ist Scheiße - Kolig ist heilig", dann wäre alles klar gewesen. Blindes Verstehen, keine Geheimniskrämerei, kein Missverständnis - nur keine Zwischentöne, es könnte ja glatt Kunst werden. Aber nein, ich Idiot wollte es diffiziler/artiger, ging ins Detail, sprach, lobte Koligs öffentliche Monumente, die privilegierte Position und seinen sanften Charakter


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