Demo-Polizist: "Problem mit Schüssel"

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Vergangenen Donnerstag hat Hauptmann Stella aufgegeben. Kurz vor 20 Uhr, als der Protestzug am Ballhausplatz in Bewegung kommt, setzt sich der Beamte wie jeden Donnerstag - aber etwas weniger motiviert als sonst - an die Spitze. Diesmal dreht er sich nicht ständig um und versucht, "mit denen in der ersten Reihe" über einen Scherz ins Gespräch zu kommen. "Die in der ersten Reihe" sind die Vertreter der "Sozialistischen Links-Partei". Seit der ersten Demo bestimmen sie, wohin der Protestzug zieht. Die Route hält die linke Splittergruppe stets geheim. Die Scherze des Beamten Stella blitzten bei ihnen regelmäßig ab, seine Frage nach dem Ziel quittierten sie auch heute mit einem knappen "Wissen wir nicht".

"Mir ist das jetzt schon Wurscht", knurrt Christian Stella und trottet vor dem Protestzug her. "Ich hab denen schon mehrmals gesagt, dass das nicht ungefährlich ist." Ohne Route kann die Polizei den Verkehr nicht rechtzeitig umleiten. Verärgerte Autofahrer, aber auch Solidaritätshupkonzerte


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