How long can you go?

Widerstand: Seit 50 Tagen wird getrommelt und gepfiffen, marschiert und mit Schlüsseln gerasselt. Der Bundeskanzler regiert jedoch unverdrossen weiter. Wie lange werden die Regierungsgegner noch widerstehen?

Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Der Peter mit dem Einkaufssackerl ist immer dabei. Unauffällig schleicht er durch die Reihen. "Wüllst a Bier?", fragt er leise und schaut treuherzig. Aber er drängt sich nicht auf: "I hob an Respekt, wann aner nüchtern bleiben wüll." Und er würde auch nicht auf jeder Demonstration Bier verkaufen. Es gehe ihm schließlich um die Sache, sagt er und zeigt auf das "Widerstand"-Pickerl auf dem Revers seiner abgewetzten schwarzen Stoffjacke. Die Dose Gösser kostet bei Peter 20 Schilling. Zwei Paletten verkauft er auf einer Demonstration im Schnitt. Das reicht, "dann kann i wieder a paar Tag leben". Solange demonstriert wird, so lange wird Peter mitmarschieren und mitverdienen. Und das "is hoffantlich no lang. Des geht doch no lang weiter, oder?"

Seit 50 Tagen wird nun schon demonstriert: Am 2. Februar versammelten sich 15.000 Menschen spontan vor der ÖVP-Zentrale in der Wiener Lichtenfelsgasse. Mittlerweile haben sich die Autofahrer an Umleitungen in der Innenstadt gewöhnt. Höhepunkt

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