Zuckerbrot oder Peitsche?

NS-Entschädigungen: Wie sollen Anwälte von Holocaust-Opfern mit den Vertretern der österreichischen Regierung umgehen. Laut poltern? Oder doch Blumen überreichen? Vergangene Woche zeigten die Anwälte von Zehntausenden NS-Opfern ihre unterschiedlichen Strategien.

Politik | Margarete Endl | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Vergangene Woche blieb Maria Schaumayer cool. Für ein "überfallsartig verlangtes Treffen" habe sie schlicht keinen Termin frei. Der Mann, dem sie die Türe vor der Nase zuschlug, muss ganz schön verblüfft gewesen sein. Sein Name: Ed Fagan. Schaumayer, Regierungsbeauftragte für Zwangsarbeiterentschädigung, verweigerte ein Treffen mit dem wortgewaltigen US-Anwalt und seinem Team. Stattdessen empfing sie Delegationen von ungarischen, ukrainischen, russischen und weißrussischen NS-Opferverbänden. Die haben sich an diplomatische Benimm-dich-Regeln gehalten, Ed Fagan hingegen nicht.

Denn er ist der Rabauke, der Cowboy, der aus der Hüfte schießt. Ed Fagan hat in Österreich beinahe den Status eines Filmstars. Seine Rolle: der Bösewicht. Dabei will Fagan nichts Böses. Mit seinem Stil hat er bereits Milliarden für NS-Opfer erstritten. Im September 1998 kam Ed Fagan erstmals nach Wien. Dort nannte er die österreichische Firmen "Slave Labor Companies", die nun endlich Schadenersatz leisten


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