Schüssels EU-Stress

Adrenalinschub: Kein Handschlag, kein Familienfoto, dafür Mahnreden und schiefe Blicke: Beim EU-Gipfel in Lissabon wird der Kanzler den Boykott erstmals am eigenen Leib spüren. Was wird sich hinter Wolfgang Schüssels Pokerface alles abspielen?

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Ein unerwiderter Gruß, Tuscheln hinterm Rücken, eine giftige Bemerkung: Sofort schüttet die Nebenniere des Geschnittenen wie wild Adrenalin aus. Die Blutgefäße verengen sich, das Stresshormon schießt durch den ganzen Körper. Und sorgt für Aufruhr: Herzrasen, erhöhte Sauerstoffzufuhr, leichter Schwindel. Das Gehirn martert jetzt nur eine Frage: "Flucht oder Gegenangriff?" - "Ein Adrenalin-Flash kann positiv wie negativ erlebt werden", erklärt Professor Peter Gathmann, Leiter der psychosomatischen Abteilung an der Uni-Klinik im AKH.

Beim EU-Gipfel in Lissabon wird diese Woche erstmals Wolfgang Schüssel höchstpersönlich die Folgen seiner schwarz-blauen Regierung spüren. Hinter den EU-Kulissen dreht sich bereits vieles darum, wie mit dem Außenseiter-Kanzler umgegangen werden soll. Von der Vermeidung eines gemeinsamen Fototermins ist die Rede. Wie seinen Ministern schon zuvor sollen auch Schüssel symbolische Handschläge und Stadtspaziergänge abgeschlagen werden. Zu all dem blüht


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