"Arsch flach sitzen"

Wirtschaftskammer-Wahlen: Wiener Seilbahnbetreiber, schwarz-blau-rote Einheitslisten und grüne Wirtschaftstreibende: Die Wirtschaftskammerwahlen fördern einige Kuriositäten zutage.

Politik | Gerald John | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Volker Plass ist ein ehrlicher Mensch. "Ich habe wenig Lust, mir in irgendwelchen Gremien den Arsch flach zu sitzen", sagt Plass. Das nächste Wochenende könnte für den 35-jährigen Werbegrafiker unangenehm werden. Denn da tritt Plass zur Wahl in eben einem jener Gremien an, die er seinem Hinterteil nicht zumuten will - bei den vom 25. bis 28. Märzstattfindenden Wiener Wirtschaftskammerwahlen.

Plass ist kein Scherzkandidat. Obwohl so mancher grüne Basisfunktionär beim Wort "Wirtschaft" säuerlich den Mund verzieht, tritt die Öko-Partei erstmals bei den Wahlen an. Plass' mangelnde Lust hängt damit zusammen, dass die Grünen am liebsten den Apparat umkrempeln würden - "für mehr Demokratie".

Demokratiepolitisches Glanzstück sind die Wirtschaftskammer-Wahlen tatsächlich nicht. Die Mitglieder wählen nur die unterste Ebene, in Wien 164 Fachgruppen mit 1700 Mandaten. Die nächsthöheren Etagen werden dann gemäß der proportionalen Stärke in den Fachgruppen beschickt. Das Pyramidensystem


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