Im Sonderangebot: Österreich

Privatisierung: Die neue Regierung sieht einen Totalabverkauf der österreichischen Schlüsselindustrien vor. Der Telekom-Austria-Vorstand warf bereits das Handtuch, der ÖIAG-Betriebsrat droht mit Streik. Für mehr als 120.000 Arbeitnehmer hat das große Zittern begonnen.

Medien | Markus Zwettler und Hannes Stieger | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Lasst uns Politik machen, bevor mit uns Politik gemacht wird! Der Chef des Österreichischen Gewerkschaftsbundes Fritz Verzetnitsch formuliert die Parole, die die Angst mindern soll. Angst unter 120.000 Mitarbeitern von Staatsbetrieben, die dem staatlichen Einfluss entzogen werden sollen. Das neue Regierungsprogramm sieht die 100-prozentige Privatisierung der Staatsdruckerei, des Dorotheums, der Printmedia Austria AG, des Flughafens Wien sowie der "dicken Fische" PSK, Austria Tabak und Telekom Austria vor. In einer zweiten Welle sollen die VOEST Alpine Stahl, die OMV, Böhler Uddeholm, VA Tech, die AUA sowie die Post AG vollständig privaten Investoren zugeführt werden.

Im Klartext bedeutet das: Die Republik Österreich verzichtet ab sofort auf die Rolle des Kernaktionärs, ihre Anteile am Eigentum der Schlüsselindustrien fallen unter die aktienrechtliche Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie. Man muss kein gestandener Betriebsrat sein, um ein Hineintappen in die Globalisierungsfalle,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige