Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Als Werner Welzig nach stundenlangem Warten zur Wortmeldung zugelassen wurde, hatte sich die Marathonsendung zur Schieflage der Nation schon wie eine bleierne Decke über Fernsehösterreich gelegt. Auf der riesigen Monitorwand loderte das grafische Signet zur Sendung wie ein gigantisches rotweißrotes Kaminfeuer. Der Ort des politischen Geschehens sei das Parlament, zitierte der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften den Oppositionschef Alfred Gusenbauer, der Ort des politischen Protests die Straße, die Orte der Wissenschaft Labor und Bibliothek. Was aber sei das Fernsehstudio? Und was diese nationale Sondersitzung? Es müsse doch ein neues Kompositum mit "Stadl" zu finden sein, stichelte Werner Welzig eine sichtlich nach Contenance schnappende Gisela Hopfmüller. Die Anwesenden, monierte Welzig,seien Sprecher des Stückes, das hier aufgeführt werde, nur sei der Text nicht von ihnen. Mehr hatte es nicht gebraucht, um in Hopfmüller das dreigestrichene c der Kindergartentante anzuschlagen. Einer fehlte im Stadl: Der Jörgseibeiuns, der Bursche aller Aufregung, das einfache Mitglied.


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