Kommentar: Hey Künstler, mach ein Antifa-Plakat!


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

In der Aula der Akademie der bildenden Künste herrscht buntes Treiben. Transparente hängen an der Wand, eine Gruppe von Studierenden richtet sich mit Betten häuslich ein, als wäre ein Seminar zum Thema "Kommunen der Sechzigerjahre" hierher verlegt worden. Der Rektor distanziert sich am improvisierten Podium von einem Flugblatt in Form einer unausgefüllten "Exekutionstabelle" für den "Österreichischen Bürgerkrieg 2000-2002" - einer Hommage an die Spaßguerilla der späten Sechzigerjahre.

Die Forderung nach dem Rücktritt der Regierung eint Informel-Veteranen und junge Retro-Kommunarden. "Politik? Gähn!" - das war vor Jahren. Nicht, dass sich die Arbeitsweisen der Künstler über Nacht geändert hätten. Nur der Blick auf ihre Werke ist ein anderer, politischer geworden; einer, der mitunter begehrlich wird, wenn komplexe Beiträge zu Slogans zurechtgeklopft werden sollen - nach dem Motto: "Hohenbüchlers, her mit dem Antifa-Plakat!" Dieses Dilemma führt etwa die Ausstellung im "Raum

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