"Nicht so betroffen!"

Film: In der dreistündigen Spieldokumentation "Das Himmler-Projekt" hat Romuald Karmakar eine SS-Sitzung aus dem Jahr 1943 rekonstruiert. Ein Gespräch mit dem Filmemacher über die historischen Hintergründe und die ungewöhnlichen Drehbedingungen des Projekts.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Ein Film, den man nur einmal machen kann. "Das Himmler-Projekt": Schon der Titel hebt das Rohe, gleichsam Unbehauene hervor, das Romuald Karmakar mit seiner neuen, dreistündigen Videoarbeit mitten in den Steinbruch audiovisueller Dokumentationen zur Zeitgeschichte stellt. Der Schauspieler Manfred Zapatka liest die so genannte Posener Rede des Reichsführers-SS Heinrich Himmler: Beinahe tonlos, dem gesprochenen Worte zwar folgend, aber dem agitatorischen Pathos des auf Wachsplatte überlieferten Originals enthoben. Durch die völlige Abstraktion wird konkret, was damals, im Oktober 1943, für die Elite der SS "Normalität" zu sein schein: der Kriegsverlauf, das Bewusstsein der Nazischergen, "anständig geblieben zu sein", die Zukunftsvisionen ihres neuen Europas. Insgesamt 92 Generäle der SS waren dabei anwesend. Sie alle wussten und wollten, was sie taten.

Ein schwieriges, unerbittliches Werk, selbst für Romuald Karmakar. Schon immer waren es die "Täter", mit denen der deutsch-französische


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