Kunst kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Wenigen gelingt es wie Octavian Trauttmansdorff, Institutionenkritik mit dem Sichtbarmachen von sozialen Situationen zu verbinden. 1998 symbolisierte er die statistischen 27,9 Prozent der Wiener FPÖ-Wähler, indem er das Sekretariat der Galerie Krobath Wimmer auf eine Rampe von Telefonbüchern stellte. So auf die "schiefe Bahn" geraten, mussten die hier Arbeitenden und die Besucher außerdem noch durch ein großes Fragezeichen schlüpfen, wenn sie das Hinterzimmer der Galerie betreten wollten. Für die aktuelle Ausstellung "Mettere al fuoco" stellt der Künstler Kartonwände auf und gibt dem fantasievollen Universum seines Freundes Anton Schmidt einen Raum. Die Besucher müssen sich in schmalen Gängen aneinander vorbeidrücken und aufpassen, die dünnen Trennwände nicht zu zerstören. Auf der Suche nach Kunst trifft man auf große Fotos, die, undeutlich, Vernissagenpublikum erkennen lassen. Ein Bild eines von Alkoholikern und anderen Randfiguren frequentierten Imbisslokals dokumentiert


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