Aufgeblättert

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Was hast du im Krieg gemacht, Vater? Eine Frage, die in den Sechzigerjahren als Drohung zu verstehen war, ist für den Standard-Kulturredakteur Thomas Trenkler Ausgangspunkt für die mitfühlende Rekonstruktion eines dramatischen Kapitels aus der Familiengeschichte. "Wiedersehen im Niemandsland" erzählt, was Trenklers Vater Gerhard und dessen beide Brüder im Krieg gemacht haben. Der eine kämpft in der Wehrmacht, wird gefangen genommen und verwundet; der andere wird knapp vor Kriegsende eingezogen; Gerhard, der Jüngste, verlebt die Kriegsjahre als Kapellknabe in Dresden - und überlebt die Bombenangriffe der Alliierten. Nach dem Krieg wird die deutschböhmische Familie aus ihrer Heimatstadt Reichenberg vertrieben. Trenkler hat die Geschichte akribisch recherchiert und ist um einen lakonischen Ton bemüht; der mit den Protagonisten nicht verwandte Leser hat mitunter dennoch den Eindruck, etwas zu lesen, was ihn eigentlich nichts angeht.

Operette und Holocaust: Dieses gruselige Thema versucht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige