Nüchtern betrachtet: Wie uns im Himmel der Arsch abfror

Kultur | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, Chauvinismus und Ressentiments gegen das Fremde erst gar nicht aufkommen zu lassen und Heranwachsende entsprechend zu erziehen. Tischgebet im Kindergarten schön und gut, aber das Fräulein Tochter sollte dann doch auch ein paar interessante heidnische Rituale kennen lernen. Für erste Tuchfühlung mit anderen Ländern, Völkchen und Sitten hatten Italien- und Englandreisen gesorgt, nun konnte man ruhig dazu übergehen, die Begegnung mit - aus gaudenzdorfozentrischer Sicht - schwerer zugänglichen Kulturen vorzubereiten. Der Zufall wollte es, dass just am letzten Wochenende ein uraltes Winteraustreibritual stattfand, das von der brauchtumsbewussten Diaspora der extrem westlichen Peripherie des Landes für diesmal "in den Himmel" in der Nähe des Cobenzls verlegt worden war. Also fanden sich meine Tochter und ich in einem mit Vorarlbergern ("Nie Gsiberger sagen", schärfte ich ihr ein) vollgestopften 38A, um die Entzündung des "Funkens" nicht


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