Tier der Woche: Gut, böse ...

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 12/00 vom 22.03.2000

Manchmal muss man Jägern Anerkennung zollen. Und zwar für die kompromisslose Bereitschaft, stets von neuem zu beweisen, wessen Geistes Kinder sie sind: Tiroler Jäger erfuhren, dass die EU für den Zeitpunkt, zu dem sie Auerhühner zu jagen pflegen - nämlich während der Balzzeit - kein Verständnis zeigt. Denn diese Tiere dürfen gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie nicht während der Fortpflanzungszeit geschossen werden. Kein Problem für die Tiroler Jagdrechtsexperten, deren Geistesgröße sich an den Dimensionen heimischer Gebirgszüge orientiert (Leithagebirge haben jetzt aber Sie gesagt!): "In Tirol sind wir der Ansicht, dass die Balz nicht zur Fortpflanzung gehört." Reschpekt! Ein Triumph alpiner Logik, die frei von kausalen Verknüpfungen ist. Dummerweise fiel ihnen trotz so viel Bauern-, nein, Jägerschläue dann ein Innsbrucker Verfassungsjurist in den Rücken und sprach die auch Nichtbiologen einsichtige Zauberformel: "Ohne Balz keine Paarung und damit keine Fortpflanzung - so

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