Das Wohnregal

Der Wiener Helmut Wimmer spricht davon, "demokratische Architektur" zu schaffen. Wer darüber den Kopf schüttelt, sollte sich in die U3 Richtung Ottakring setzen und sich von seinen eigenen Augen eines Besseren belehren lassen.

Spezial | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Es fällt schwer, von Helmut Wimmers Entwürfen nicht begeistert zu sein. Der Wiener Architekt spricht mit so viel Verve von seinen Entwürfen, dass man sich seiner Suggestionskraft kaum entziehen kann. Man staunt, wenn er einem das Prinzip der "demokratischen Architektur" erklärt, die den Bewohnern großer Wohnhausanlagen so viel Freiraum belässt, dass sie sich in der großen architektonischen Struktur individuell einrichten können, ohne den Gesamteindruck zu gefährden - nein, gerade ihre arbiträren Beiträge zum Entwurf des Architekten machte die Stärke des gesamten Baukomplexes aus.

Die politische Metapher dafür ist die "zivile Gesellschaft". Sie siedelt sich zwischen den legistischen Strukturen einer Demokratie an und erfüllt diese mit buntem Leben.

Man kann aber auch über Wimmers Gebäude staunen, ohne den Architekten zu kennen oder seine Erklärungen zu hören. Sein stärkstes Gebäude steht derzeit an der Koppstraße neben der U3 in Ottakring. Dort sind in der letzten Zeit


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