Engagement und Hetze

Kirche: Warum dürfen in Österreich Staat und Kirche einander nicht kritisieren

Vorwort | Heide Schmidt | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Der Glaube an Gott verlangt Parteilichkeit, sagt die evangelische Superintendentin Gertraud Knoll und begründet so ihr öffentliches Eintreten für Menschenwürde und -rechte und daher gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie steigt dafür nicht nur auf die Kanzel, sondern geht auch auf die Straße, ergreift nicht nur in der Kirche das Mikrofon, sondern auch auf einer Demonstrationsbühne. Parteilichkeit hat es so an sich, dass sie Widerspruch hervorruft, und so wie man, wenn nötig, Parteilichkeit organisieren muss, muss auch Widerspruch organisiert werden, wenn er für notwendig gehalten wird. Knoll hat (als Privatperson?, als Bischöfin? - wer hält das auseinander) für ein menschenwürdiges Miteinander in einer Gesellschaft und daher gegen die Legitimation von Fremdenfeindlichkeit durch die Regierungsbeteiligung einer fremdenfeindlichen Partei öffentlich das Wort ergriffen: Eine "Plattform evangelischer Christen" sieht dadurch die Einheit ihrer Kirche bedroht und verlangt Knolls


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