Demaskiert

Polizeiaffäre: amnesty international legt einen neuen Bericht über Polizeibrutalität vor. Wo arbeiten eigentlich jene Polizisten, die darin wegen rassistischer Übergriffe attackiert werden? Erraten. Es sind die vermummten Fahnder, die auf der Opernballdemo für Proteste sorgten. Das Innenministerium hat Erklärungsbedarf.

Politik | Florian Klenk, Mitarbeit: Eva Weissenberger | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

D as Innenministerium war"sehr besorgt". Vergangenen Freitag präsentierte amnesty international (ai) einen Bericht über Polizeiübergriffe in Österreich. Der Anlass: Der UNO-Ausschuss gegen Folter kritisierte, dass noch immer "Vorwürfe über Misshandlungen durch Polizeibeamte gemeldet werden". Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) reagierte sofort mit beruhigenden Worten: "Selbstverständlich werden alle Fälle überprüft."

Leere Worte. Das Innenministerium, so ergeben Falter-Recherchen, hat nämlich eine brisante Zusatzinformation verschwiegen: Drei Beamte, die von ai wegen rassistischer Übergriffe und Gewaltexzesse kritisiert werden, wurden nun von Polizeipräsident Stiedl in einer neu gegründeten und äußerst sensiblen Sondergruppe (Sondereinheit Kriminaldienst, SEK) der Wiener Polizei aufgenommen.

Und es sind ausgerechnet jene Fahnder, die sich bei der Opernballdemo mit Strumpfmasken vermummten, um "undercover" bei Demonstranten des so genannten "Schwarzen Blocks" zu ermitteln.


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