"Löhne rauf"

Ökonomie: Oskar Lafontaines ehemaliger Staatssekretär, Heiner Flassbeck, über Karl-Heinz Grassers Budget, die Notwendigkeit höherer Löhne und die Wählertäuschung der Sozialdemokratie.

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Heiner Flassbeck fühlt sich wohl in Wien. Immerhin trifft er hierzulande noch ein paar waschechte Keynesianer. In seiner Heimat Deutschland hat Flassbeck mit dem wirtschaftspolitischen Mainstream seit dem Abgang Oskar Lafontaines aus der Regierung nichts mehr am Hut. Kein Wunder: Der 54-jährige Ökonom versuchte als Staatssekretär Lafontaines Visionen umzusetzen. Heute verbreitet Flassbeck sein Fachwissen als "freischaffender Künstler".

Falter: Herr Flassbeck, wie hat Ihnen Karl-Heinz Grassers Budgetrede gefallen?

Heiner Flassbeck: Ich fand die Rede nicht besonders spannend. Im Konzert der europäischen Finanzminister war sie Mainstream. Die Konsolidierung wird vorangetrieben, und dies vor allem auf der Ausgabenseite. Gleichzeitig werden Steuern und Ausgaben gesenkt - per Saldo bringt das nichts, weil alles wieder weggekürzt wird, was an einer Stelle reingegeben wird.

Was ist so schlecht daran?

Sowohl in Grassers Budgetrede als auch beim Gipfel in Lissabon wird der Blick auf die Weltwirtschaft


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