"Sie wissen doch ..."

Affäre: Vergangene Woche sorgte die Versicherung Wüstenrot für Aufsehen: "Wir versichern keine Nigerianer", meinte eine Mitarbeiterin. "Doch", beschwichtigt der Generaldirektor. "Diplomaten schon", sagt der Firmensprecher.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Wir nehmen keine Nigerianer." - Die Wiener Maklerbüro-Angestellte (Name der Redaktion bekannt) traute ihren Ohren nicht, als ihr vergangene Woche eine Wüstenrot-Mitarbeiterin in Salzburg via Telefon erklärte, warum man für ihren Kunden keine Lebensversicherung abschließen könne. Obwohl der Versicherungswillige in Österreich lebt, einer geregelten Arbeit nachgeht und mit einer Österreicherin verheiratet ist.

Eine der größten Versicherungen des Landes will keine Nigerianer als Kunden? Apartheid im Versicherungswesen? Der Skandal schien auf den ersten Blick perfekt. Menschenrechtsorganisationen wurden mit E-Mails bombardiert, bei Wüstenrot liefen die Telefone heiß. "Eine Whites-only-Policy", vermutete der liberale Rathaus-Abgeordnete Marco Smoliner und forderte potenzielle Kunden zum Wüstenrot-Boykott auf. Die Versicherung hatte tatsächlich Erklärungsnotstand. Eilig veröffentlichte sie eine Aussendung über die hausüblichen Kriterien für Versicherungen: "Nigerianische Staatsbürger

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige