Montags zweimal

Krieg der Magazine: "profil" und "Format" liefern sich am Markt ein unerbittliches Match. Die Magazine versuchen sich voneinander abzugrenzen - und werden einander immer ähnlicher.

Medien | Gerald John | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Freitag, punkt zehn Uhr, sanken die zwei Journalisten in die wuchtige Sitzgarnitur im Wiener Bürgermeisterbüro. Michael Häupl war in Plauderlaune und gewährte dem profileine Stunde lang ein Interview. Warum sich der Herr Bürgermeister nicht am Opernball amüsiert habe, wollten die Interviewer wissen.

Die Sitzpolster waren noch warm, da nahmen die nächsten beiden Magazinschreiber im bequemen Fauteuil Platz. Diesmal kamen sie vom Format. Wieder stand Häupl eine Stunde lang geduldig Rede und Antwort. Einstiegsfrage der Journalisten: Warum der Herr Bürgermeister denn am Opernball so gegrantelt habe.

Der Deja-vu-Effekt gehört zum montäglichen Erfahrungsschatz regelmäßiger Magazinleser. Nicht nur die Launen des Wiener Stadtchefs gibt es da im Doppelpack. Wenn etwa Peter Sichrovsky im profil über "Berufsjuden" herzieht, dann kann man diese Tiraden auch im Format nachlesen. Zuletzt durfte Finanzminister Karl-Heinz Grasser seine Schwiegersohn-Visage auf Seitengröße in zweifacher Ausfertigung


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