Streifenweise

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Terence Stamp ist nicht mehr ganz jung. Terence Stamp geht wie weiland Robert Mitchum. So ein eigenwilliges, leicht staksiges Sich-Fortbewegen mit Hüfteinsatz, das einst die richtigen Film-Männer als verwundbare Helden charakterisierte. Terence Stamp hat sich aber auch in "Priscilla, Queen of the Desert" als würdevoll alternde Diva ziemlich gut gehalten. In Steven Soderberghs neuem Film, "The Limey", trägt er jedenfalls gern Schwarz sowie weiße Socken. Er spielt einen britischen Ex-Kriminellen, der nach L.A. gekommen ist, um die Schuldigen am Tod seiner Tochter zu bestrafen. Soderbergh erzählt diese (alte) Geschichte in fließenden, lichten Sequenzen, aus denen eine ganze Reihe anderer markanter Charakterköpfe (Peter Fonda, Luis Guzman, Lesley Ann Warren, Barry Newman) gewissermaßen herausragt. Wie Terence Stamp früher ausgesehen hat, kann man übrigens in Szenen aus "Poor Cow" (Ken Loach, 1967) nachprüfen, die Soderbergh hie und da als "Vergangenheit" seines Helden einmontiert hat. Eigentlich eine Empfehlung, obwohl "The Limey" durch die deutsche Synchronisation leider schwer beschädigt wurde.

"Das Weiße Haus kriegt die Krise, wenn es von chemischen Waffen hört." - Jaja, "Der Chill Faktor" (Regie: Hugh Johnson) ist ein Film, dem auch Synchronisation nicht mehr viel anhaben kann. Es handelt sich hierbei um einen relativ grob geschnitzten zeitgenössischen US-Action-Film, der gerade deshalb ein wenig altertümlich wirkt und befürchten lässt, dass uns demnächst wohl ein großes Steven-Segal-Revival ins Haus steht.

Da sei doch lieber auf die Wiederaufnahme der Queer Film Nights hingewiesen: Das Sommersemester 2000 wird sich dokumentarischen Arbeiten widmen, den Anfang machen zwei Ö-Erstaufführungen der britischen Regisseurin Pratibha Parmar. Diese beschäftigt sich mit Jodie Foster als lesbischer Ikone ("Jodie: An Icon", 1996) und in "The Righteous Babes" (1998) mit Inszenierungsstrategien von weiblichen Rock- und Popstars (Filmcasino, Donnerstag, 30.3., 22 Uhr).


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