Weill i di mag

Musik: Kurt Weills Einfluss auf die Populärmusik war in den fünfzig Jahren nach seinem Tod genauso groß wie in den Jahren davor.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Protokoll einer zufälligen Begegnung in einem Londoner Plattengeschäft mit Steve Mackey, Bassist von Pulp, einer der wichtigsten und intelligentesten britischen Popbands der letzten Jahre: Falter: Sie sind Russel, nicht wahr?

Mackey: Nein.

Entschuldigung, Sie sind natürlich Steve.

(Mackey hebt den Daumen zum Zeichen, dass der Gladiator weiterleben darf.)

Ich will Sie nicht aufhalten, aber gestatten Sie die kurze Frage: Fällt ihnen ein Satz zu Kurt Weills 50. Todestag am dritten April ein?

Ja, ich habe Weill noch nie gemocht. Russel mochte ihn, ich nicht.

Der Interviewer denkt sich seinen Teil; nämlich dass damit zumindest klarer wird, weshalb Pulp in den letzten Jahren - seit dem Abgang des erwähnten Bratschisten und Gitarristen Russel Senior - einfach nicht mehr so interessant klingen wie früher. Offenbar ist es gerade der mit Senior entschwundene Weill-Faktor, der der Band abgeht. Ein allzu schneller Umkehrschluss vielleicht, aber: Hätten Pulp ganz ohne Weill-Liebhaber in ihren


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