Phettbergs Predigtdienst: Mein täglich Brot Schmach

... Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind. Joh 3,14-21 (Evangelium am 4. Fastensonntag / Lesejahr B)

Stadtleben | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Mitunter erscheint mir sogar Palm prüde. Als ich erzählte, dass mich beim Küchenrollenkaufen so ein Gefühl beschleicht, als dächten alle: Aha!, hat ihn das nicht die Spur sexualisiert. Das ging mir durch den Kopf, als ich vom Billakonzern um die Ecke heimging, ein Sackerl "Clever" in den Fingern, schlendernd, und einer, der mir gefiele, aus meiner Hoffnungs-Peer-Group, das sah.

Der wird sich jetzt denken, schämte ich mich, der kauft clever. Denn als Dummian hasse ich die in diesen Tagen nunmehr endgültig alles überwuchernde Schläue, allein schon aus Neid. Beim Brot war ich eigen wie Stifter bei Tauben. Schon früh entwickelte sich meine Vorliebe für ausgetrocknetes, strohhaftes Vollkornbrot, das trotzdem saftig ist. Es muss Wochen über das Ablaufdatum hinaus sein, bevor es mir erblüht. Wie erinnere ich mich an Simons Leinsamenbrot in Stanniolpackerln: altbacken, strohig und saftig zugleich. Das ist wie bei der Linzer Torte, die erst rund ein Jahr nach Ablauf diskutabel wird.


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