Das schlechte Viertel

Stuwerviertel: Prostitution, schwache Sozialstruktur, viele Menschen auf engem Raum: Mit Stadtplanungsprojekten wie der Umgestaltung der Wilhelmskaserne soll ein frischer Wind durch das Viertel wehen.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 13/00 vom 29.03.2000

Das junge Mädchen steht an der Ecke Ybbsstraße/Wolfgang-Schmälzl-Gasse und wartet. Wenn jemand fragt, was sie hier tut, sagt sie nur : "Ich wart auf meine Freundin." Rasch und irgendwie einstudiert. Kurze Zeit später steigt sie in eines der Autos, die hier auffällig langsam ihre Runden drehen. Zu einem Mann, der auf der Suche nach Abwechslung ist. Und die meisten Anrainer, die Szenen wie diese täglich sehen, schauen weg. Die dichten Baumkronen der Alleebäume, die hier jede Straße säumen, machen das Wegschauen leichter.

"Nachdem die Leute nicht mehr wissen, wie sie etwas an dem Problem ändern können, hat sich schon ein gewisser Fatalismus breit gemacht", gibt SP-Bezirkvorsteher Gerhard Kubik zu. Illegale Prostitution vor allem sehr junger Mädchen gehört im Stuwerviertel zum Alltag. Der Unmut der Anrainer kommt dann kurz hoch, wenn die eigenen Töchter und Frauen von den Freiern mit Prostituierten verwechselt und angesprochen werden - was ebenfalls täglich passiert. Daran können


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