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Ausland. Tony Blairs "amerikanisches" Konzept von Sozialdemokratie hat sich durchgesetzt. Was kann das für Europa bedeuten?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

In Umbruchzeiten gehört Oppositionspolitik zu den scheinbar leichteren Geschäften. Wie gefährlich einschläfernd das gleichzeitig wirken kann, hat jahrelang die britische Labour Party erfahren müssen. Da konnten Margret Thatchers Reformen noch so brutal sein: Mit der populären Parole des Protests gegen die wachsende soziale Ungleichheit allein schaffte es Labour nicht, die konservative Hegemonie zu brechen. Erst als sich der damalige Oppositionsführer Tony Blair am bereits regierenden Bill Clinton und seiner Offenheit gegenüber Globalisierung und Internet ein Beispiel nahm, gewann Labour auch die zum politischen Durchbruch nötige Kompetenz der zukunftsorientierten Führungskraft.

Ähnlich die Erfahrung der deutschen Sozialdemokraten unter Kohl: Die Abnützungserscheinungen einer überlangen konservativen Herrschaft hatten zum Machtwechsel nicht gereicht. Erst Schröders Blair-Allüren brachten den Umschwung.

Angesichts des traditionellen Widerwillens der österreichischen Gesellschaft


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