Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Was war Kirchschläger gestorben Vergangenen Donnerstag ist Rudolf Kirchschläger an einem Herzleiden gestorben. Von 1974 bis 1986 war er über die Parteigrenzen hinweg anerkannter Bundespräsident. Sein Appell in Anspielung auf den Skandal um den Bau des Wiener Allgemeinen Krankenhauses wurde legendär. Das Staatsoberhaupt mahnte damals bei der Eröffnung der Landwirtschaftsmesse in Ried, die "Sümpfe und sauren Wiesen trockenzulegen". Am kommenden Montag, dem 10. April, findet das Begräbnis am Wiener Zentralfriedhof statt. Kirchschläger hat auf ein Staatsbegräbnis ausdrücklich verzichtet, den Gedenkgottesdienst im Stephansdom wird Wiens Erzbischof Christoph Schönborn zelebrieren.

Was kommt Eröffnung des Rassismus-Büros Am Freitag, dem 7. April, wird in der Wiener Hofburg die EU-Beobachtungsstelle für Rassismus, Fremdenfeinlichkeit und Antisemitismus offiziell eröffnet. Zahlreiche EU-Politiker wie Kommissionspräsident Romano Prodi oder die Präsidentin des Europa-Parlaments Nicole Fontaine haben ihr Kommen bereits zugesagt. Ob die Mitglieder der österreichischen Regierung beim Festakt willkommen sind, ist nach wie vor offen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel jedenfalls versicherte erst kürzlich, dem Event "auf jeden Fall" beiwohnen zu wollen.

Was fehlt EU-Fahne am Bundeskanzleramt Anläßlich des Todes von Altbundespräsident Rudolf Kirchschläger setzte auch das Bundeskanzleramt ein Zeichen der Trauer, wenn auch ein unfreiwillig Komisches: Die rotweißrote Österreich-Fahne flattert auf Halbmast, die blaue Europa-Fahne mit den gelben Sternen jedoch fehlt seit Tagen. Wie Recherchen des Falter ergaben, steckt dahinter aber nicht - wie man vielleicht annehmen könnte - Kanzler Wolfgang Schüssel sondern sein Präsidialchef. Laut Hausverwaltung hat Manfred Matzka "angewiesen, die EU-Fahne vorläufig zu entfernen", mit folgender Begründung: "Weil der Kirchschläger ja kein EU-Problem ist."


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