Die Wiener Menschenvermesser: "Unser Neger ist schlank"

Politik | Klaus Taschwer | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Von den vielen an diesem Material beobachteten Einzelmerkmalen sei hier nur das allerwichtigste hervorgehoben: Das Negerohr ist im Durchschnitt nicht groß, scharf reliefiert und von ziemlich dünner Beschaffenheit." Das war eine der wesentlichen Erkenntnisse der mehr als 200-seitigen "morphologisch-anthropologischen Studie, durchgeführt an 100 westafrikanischen Negern", die der Wiener Anthropologe Josef Weninger im Jahr 1927 vorlegte - großzügig unterstützt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Das Vermessen von Afrikanern durch österreichische "Rassenkundler" hat Tradition. Bereits Rudolf Pöch (1870-1921), der erste Professor für Anthropologie an der Uni Wien, hatte sich bei seinen ausgedehnten Forschungsreisen in Afrika als notorischer Erfasser von allen nur denkbaren Körperdaten betätigt. Als sich dann im Ersten Weltkrieg die Möglichkeit ergab, 100 westafrikanische Soldaten in Kriegsgefangenenlagern zu vermessen, war Pöch mit seinem Schüler Weninger sofort


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