"Kein Osterwunder"

Interview. Der Diplomat Wolfgang Petritsch, Hoher Repräsentant in Bosnien, über verschärfte Sanktionen, Kreiskys Umgang mit den Nazis und Hoffnung am Balkan.

Politik | Gerald John | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Gut vier Jahre nach Kriegsende scheint in Sarajevo noch vieles beim Alten zu sein. Die Plakate für die bevorstehenden Lokalwahlen am 8. April sind von nationalistischen Symbolen geprägt. Auch der Spitzendiplomat Wolfgang Petritsch blickt aus seinem Bürofenster immer noch auf Kriegsruinen.

Vor acht Monaten wurde Petritsch zum Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina ernannt. Als einer der letzten Österreicher, die einen internationalen Spitzenjob ergattern durften, beschäftigen ihn dieser Tage nicht nur die bilateralen Sanktionen der 14 EU-Staaten. Der ehemalige Kreisky-Mitarbeiter sieht auch die Rolle seines politischen Ziehvaters wegen der Integration von Nazis in die SPÖ in Frage gestellt.

Falter: Schüttelt man Ihnen am internationalen Parkett noch die Hand?

Wolfgang Petritsch: Natürlich. Meine Arbeit ist von den Sanktionen keineswegs beeinträchtigt. Im Gegenteil: Ich bekomme in ganz Europa stets den Hinweis, dass meine Position mit Österreichs


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