Wiederaufbau in Bosnien: Kampf gegen den Hass

Politik | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Das ist nur der Hass der Menschen", schüttelt Wolfgang Petritsch den Kopf, als er auf die Fotos aus der bosnischen Gemeinde Zvornik blickt. Ein grauer Rohbau ist darauf zu sehen, der mitten auf einer Müllhalde steht. Eine bosniakische Familie war in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und in das halbfertige Haus gezogen - zum Zorn serbischer Nachbarn: Die kippten den Ankömmlingen über Nacht tonnenweise Mist vor die Haustür.

Zusammenstöße zwischen Bosniaken, Kroaten und Serben stehen in Bosnien-Herzegowina auf der Tagesordnung. Dennoch ist Petritsch als internationaler Repräsentant fest davon überzeugt, den Friedensschluss von Dayton aus dem Jahr 1996 umsetzen zu können. Und ein wichtiger Punkt des Plans ist eben die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimatorte. Petritsch greift bisweilen konsequent durch: Seit vergangenem Jahr gibt es klare Richtlinien für Delogierungen aus Vertriebenen-Wohnungen, vor einigen Monaten setzte der Österreicher sogar 21 Politiker ab, die sich den Rückkehrmaßnahmen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige