"Als sei nichts geschehen"

Literatur. Am 11. April wäre Marlen Haushofer 80 Jahre alt geworden. Eine soeben erschienene Biografie bringt Licht in das Leben und Werk dieser "Dichterin der weiblichen Entfremdung", die den Konflikt zwischen Dämonie und Idylle, zwischen Hausfrauendasein und Selbstständigkeit selbst erlitten und mitleidlos dokumentiert hat.

Kultur | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Marlen Haushofer durchschaute alles und tat nichts." Sie lebte eine Doppelexistenz als Zahnarztgattin und Hausfrau in der oberösterreichischen Provinzstadt Steyr und als Literatin in der Wiener Boheme, sie konnte sich nie ganz gegen die Küche und ganz für das Schreiben entscheiden. Wie ihre Protagonistinnen, die in selbst gewählten Gefängnissen mit offenen Türen leben, richtete sie sich im Gegebenen ein. Sie war keine Rebellin, aber sie schrieb Bücher, die bis heute nichts von ihrer Sprengkraft verloren haben. Werke wie etwa die Novelle "Wir töten Stella" (1958), ihr Hauptwerk "Die Wand" (1963), der autobiografische Kindheitsroman "Himmel, der nirgendwo endet" (1966), ihr letzter Roman "Die Mansarde" (1969) oder Erzählungen wie "Die Ratte" oder "Menschfresser" überzeugen durch die klare, schnörkellose Sprache und den mitleidslosen, bisweilen satirisch-boshaften Blick.

Pünktlich zum zum 80. Geburtstag am 11. April hat die Wiener Germanistin Daniela Strigl mit "Marlen Haushofer.


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