BJ und der DJ

Musik. Ein Leben lang war BJ Cole damit beschäftigt, auf den Platten anderer Leute einen Hauch von Hawaii und Country zu verbreiten. Jetzt zerreißt er das Regelbuch der Pedal Steel Guitar.

Robert Rotifer | Kultur | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

BJ Cole sitzt im Wohnzimmer seines Reihenhauses in der Nordlondoner Vorstadt. Seine eigentümlich nach außen schielenden, unter dicken Brillengläsern stark vergrößerten Augen flitzen über eine Liste der wichtigsten Künstler, für die er seit 1971 Studiosessions gespielt hat. Cole flüstert sich selbst amüsiert die großen Namen vor und hebt zwischendurch die buschigen Augenbrauen, so als würde ihn die Konfrontation mit dem eigenen Lebenswerk vollkommen unvorbereitet treffen: Brian Eno, Elton John, Marianne Faithfull, Jimmy Webb, Beck, Björk, Robert Plant, die Pet Shop Boys, Scott Walker, John Cale, Elvis Costello, Julian Cope ... "Und Marc Bolan? Das ist wieder typisch, dass mich ein Journalist an so was erinnern muss. Ich hatte das vollkommen vergessen. Für mich war das nur irgendein jämmerlicher Wicht, eine Begegnung, die man gleich wieder aus seinem Gedächtnis löscht."

Von Beruf ist BJ Cole Session-Musiker. Seit gut dreißig Jahren ist er der Mann, den man anruft, wenn man

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