Zeitgeist & Sozialkritik

Musik. Das Duo Day One aus Bristol oder: Wie sich Lifestyle-Lyrik für vereinsamte Jungkarrieristen, HipHop-Beats und irische Folktradition unter einen Hut bringen lassen.

Robert Rotifer | Kultur | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Jeder kann an den Sozialismus glauben oder an irgendeine Theorie, aber da hört sichs auch gleich wieder auf", vermeldet das schwache Stimmchen des Phelim Byrne, bevor die Zeile vom Sample einer langsamer werdenden Schallplatte abgefangen wird. Day One sind ein minimalistisch gesonnenes Duo: Byrne singt, sein Partner Donnie Hardwigde programmiert und spielt den Rest; die Produktion des zumeist auf einen Beat, eine Basslinie und eine akustische Gitarre beschränkten Albums "Ordinary Man" legt jeden einzelnen Bestandteil frei. Statements wie das eingangs zitierte aus dem Song "I'm Doing Fine" rücken unüberhörbar in den Vordergrund.

"Das ist auch eine Schlüsselzeile", meint Byrne im Gespräch, während er nervös an einer Handvoll Erdnüssen kaut. Dann setzt er zur Begründung an, bringt aber nicht mehr heraus als minutenlanges Gestammel, bis er sich am Ende zur ernüchternden Erkenntnis durchringt, die Kernaussage seines Texts sei eben "sehr schwer auszudrücken".

Leichter fällt es ihm,

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