Moss muss nicht aufs Klo

Fotografie. Mit Fotos von jungen Menschen in jungen Kleidern und Wohnungen hat Wolfgang Tillmans Furore gemacht. Der "Falter" sprach mit ihm über den Unterschied von Mode und Modernität und über den Kampf um die Schönheit.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 14/00 vom 05.04.2000

Als Reporter der stylewars der Neunzigerjahre gehört er bereits zu den Veteranen. In seiner zehnjährigen Laufbahn als Künstler und Fotograf für i-D, Face und Spex trug Wolfgang Tillmans, der "heilfroh ist, 31 zu sein und diese ganze Scheiße hinter sich zu haben", wesentlich dazu bei, das Bild von Jugendlichkeit zu verändern. "Jugend" kommt in den Bildern seiner aktuellen Ausstellung nicht so sehr als Lebensabschnitt, sondern als lebensbejahende Haltung vor. Zusammen mit Jochen Kleins Ölbildern ergeben diese Fotos eine Bilderzählung über den mitunter erklärungsbedürftigen Zustand Mensch.

Falter: Gibt es für Sie etwas, was in der Lifestyle-Industrie länger hält als die Mode der Saison?

Wolfgang Tillmans: Ich hab das Gefühl, wenn du ein aufrichtiges Anliegen hast, einen echt empfundenen Grund, dann bleibt das. Ein Anliegen wie Umweltschutz kommt nicht aus der Mode. Tanzen und Drogennehmen, trunken mit Freunden auf dem Bett liegen ebenso wenig. Das ist ein echt empfundenes Gefühl,


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