Einer muss der Novak sein

Bürgergeld. Schwarz-Blau will Langzeitarbeitslose zu gemeinnützigen Arbeiten einteilen. Arbeitstraining und Wiedereinstiegshilfe nennt das die Regierung, Zwangsarbeit und Lohndumping die Kritiker.

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Wer waren die drei ersten Gewerkschafter? Die Heiligen Drei Könige. Sie legten die Arbeit nieder, hüllten sich in Purpur und gingen auf Reisen. Jan Novak kann sich über den Witz immer noch zerkugeln. Als er vor 30 Jahren aus der damaligen CSSR nach Österreich flüchtete, brachte er neben seinem böhmischen Akzent auch ein paar Prager-Frühling-Scherze mit. Zynischer Humor hilft Novak heute wieder über eine missliche Lage hinweg: Der 55-Jährige ist einer von 34.000 österreichischen Langzeitarbeitslosen.

Im Sommer könnte der Frohnatur das Lachen vergehen. Dann muss Novak möglicherweise Straßen kehren, Hecken schneiden, Hundstrümmerl einsammeln, alten Menschen die Bettschüssel wechseln oder Denkmäler putzen. Dazu will ihn die neue Regierung zwingen. Schwarz-Blau verspricht Novak als Gegenleistung ein "Bürgergeld" und bessere Chancen auf ein Comeback am Arbeitsmarkt. "Was bringt mir das, wenn ich dem Prinz Eugen den Arsch putze?", schimpft der gelernte Techniker für medizinische


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