"Es schien logisch"

Justiz: Udo Jesionek, Präsident des Wiener Jugendgerichts, über den Gutachter-Skandal in seinem Haus, seine Probleme mit Razzien und die Wickel mit dem neuen Justizminister.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Es herrscht große Verunsicherung in der Justiz. Seit der Falter vergangene Woche aufgedeckt hat, dass am Wiener Jugendgericht wertlose Vermessungsgutachten zur Altersfeststellung von afrikanischen Jugendlichen angefertigt wurden, tüfteln Experten im Justizressort an einer Behebung des Schadens. Dutzende Jugendliche wurden zu doppelt so hohen Strafen als gesetzlich vorgesehen verurteilt, weil sie aufgrund der wissenschaftlich unhaltbaren Gutachten für volljährig erklärt wurden (siehe Kasten). Der Gutachter Johann Szilvassy, Autor der rechtsextremen "Aula", hätte der Justiz spätestens seit 1996 ein Begriff sein müssen. Da schloss Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (nach mehreren Falter-Berichten) den berüchtigten Rassensaal des umstrittenen Professors im Naturhistorischen Museum. Im Falter-Interview nimmt nun der Präsident des Jugendgerichts zu dem Skandal Stellung.

Falter: Herr Präsident, an Ihrem Gericht wurden monatelang Afrikaner vermessen. Nun stellt sich heraus, dass diese

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