"Ich mache mir Sorgen"

Europa: EU-Kommissar Franz Fischler über das Typische an Brüsseler Taxifahrern, die Fehler der Regierung, Österreichs Reedukation durch die EU, die Schwäche der Kommission und die Schweindln auf seiner Krawatte.

Politik | Armin Thurnher und Nina Weissensteiner | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Franz Fischler ist zum Falter-Termin etwas spät dran. Zu Mittag war der Kommissar noch bei der Krisensitzung der Europäischen Volkspartei (EVP) in Brüssel, wo beschlossen wurde, dass sich die ÖVP nun für einige Monate aus der Fraktion zurückziehen wird. Fischler ist das einzige ÖVP-Mitglied, das auch während der Beobachtungsphase bis Juni an EVP-Treffen teilnehmen darf. Aber auch in Österreich ist der Kommissar derzeit gefragt: Nach jüngsten Umfragen glauben 72 Prozent, dass er "am ehesten etwas im Ausland bewirken" könne, die Zeitungen wiederum reißen sich um Interviewtermine, weil er über Haider und die FPÖ Klartext spricht. Deswegen wurde Fischler in den letzten Monaten auch zunehmend zur Zielscheibe der Freiheitlichen. "Das halt ich aus, ich bin nicht schutzbedürftig und kann mir selber helfen", brummt Fischler dazu nur, bevor er zum nächsten Termin - einem Standard-Chat - abrauscht.

Falter: Herr Kommissar, wie kommen Sie derzeit vom Brüsseler Flughafen zu Ihrem Büro?


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