Kommentar: Alarm an Angewandter und Akademie

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

An der Universität für angewandte Kunst herrscht Alarmstufe Rot. Seit bekannt wurde, dass die Mittel für Investitionen im laufenden Budgetjahr um 40 Prozent gekürzt werden sollen, fürchtet Rektor Gerald Bast, wie er auf einer Pressekonferenz erklärte, dass "unsere Gesellschaft in Wurschtigkeit und lähmender Mittelmäßigkeit versinkt". So müssten etwa die Studierenden der Architektur-Meisterklasse von Wolf D. Prix die 3-D-Modelle weiterhin am Bildschirm zu Hause entwerfen.

Mit sechs Kunstuniversitäten verfügt Österreich über eine beträchtliche Infrastruktur; das Ausbildungsangebot reicht vom Pinselstrich bis zum Mausklick. Wer den Prozentsatz der Uni-Absolventen kennt, die ihren Lebensunterhalt als traditionelle Künstlerinnen und Künstler verdienen - sie bewegt sich im unteren einstelligen Bereich -, weiß, dass die autonome Kunst allein einen kleinen Bereich in den "vom Staat jahrelang großzügig unterstützten" (Edelbert Köb) Ästhetiklabors einnimmt. In einem neoliberalen


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