Große Schwänze

Film. 188 Minuten grandiose Soap-Opera mit kleinen Fehlern: "Magnolia" von Paul Thomas Anderson.

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Ganz unvermittelt, in gleißend trübem Schwarz-Weiß, beginnt der Film. Drei Männer, Green, Berry und Hill, ermorden einen Apotheker, Ort des Geschehens: Greenberryhill, London. Ein anderer Mann wird, Jahre später, unweit eines Sees, im Wipfel eines Baumes hängend, aufgefunden: Tod im Taucheranzug. Sydney, ein dritter, stürzt sich in selbstmörderischer Absicht vom Dach eines Hauses, unter dem Fensterputzer tags zuvor ein Netz aufgespannt haben: Es hätte Sydney das Leben gerettet, wär er nicht just in dem Moment am fünften Stock vorbeigeflogen, als sich ein Schuss aus Mams Schrotflinte löste.

Ein Triptychon aus Zufällen, Unglücksfällen, Todesfällen: In den ersten fünf Minuten gibt der junge amerikanische Regisseur Paul Thomas Anderson in puncto Tempo und Witz selbst den Arbeiten seiner erklärten Vorbilder - Robert Altman, Jonathan Demme, Martin Scorsese - einiges vor. Danach erst folgt der Titel: "Magnolia", abgeleitet von jener Straße, die quer durchs San Fernando Valley

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