Wer zuerst schießt, siegt!

Literatur. In "Neun Koffer" beschreibt Bela Zsolt (1885-1949) seine Zeit im Getto von Großwardein und legt einen erschütternden Bericht über die Conditio humana vor.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Ob man aus der Geschichte lernen kann, ist zweifelhaft. Erfahrungen lassen sich zwar mündlich oder schriftlich artikulieren; aber ob das die Nachgeborenen davor bewahrt, die gleichen oder ähnliche Erfahrungen durchmachen zu müssen, ist damit noch lange nicht gesagt. Der ungarische Schriftsteller, Publizist und Politiker Bela Zsolt hat in seinem nun - über 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung - auch auf Deutsch erschienenen Buch "Neun Koffer" einen Teil seiner Erfahrungen, die er als Zwangsarbeiter in der Ukraine, im Militärgefängnis, als "Bewohner" des ungarischen Gettos und als KZ-Häftling machen musste, festgehalten. Über die Wirksamkeit seines Tuns hat er sich keine Illusionen gemacht: "Nach all dem, was ich da draußen in der Ukraine gesehen habe, ist in mir die Überzeugung gereift, dass das Schreiben als Waffe und als Mittel zur Veranschaulichung ganz und gar veraltet und unbrauchbar ist."

1895 geboren, begann Zsolt seine publizistische Karriere in Großwardein, der "Hochburg


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