Am Anfang war der Kolaric

Rassismus: Kann man mit Plakaten gegen Fremdenfeindlichkeit kämpfen? Eine Ausstellung antirassistischer Plakate der vergangenen 30 Jahre versucht, zum Denken anzuregen. Und die Stadt Wien arbeitet an einer neuen Plakatkampagne gegen Fremdenhass.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Die zwei kleinen Mädchen sitzen aneinander geschmiegt da. Ernst undirgendwie traurig blicken sie in die Kamera. Und dazu ein emotionaler Appell. "Schickt meine Freundin nicht weg." Für Yael Natano ist dieses Plakat das berührendste der ganzen Ausstellung. Nicht alleine deswegen, weil sie als Jüdin einen persönlichen Bezug zum Thema Fremdenfeindlichkeit hat. "Das Mädchen mit den dunklen Haaren kenne ich - das ist meine Freundin", erzählt die 18-jährige Schülerin.

Yael ist gemeinsam mit ihren Klassenkollegen der Berufsschule Meiselstraße ins Esra-Zentrum (ein Verein der Israelitischen Kultusgemeinde) in der Tempelgasse gekommen, um sich die Plakatausstellung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzusehen. Eine Ausstellung, die 1994 von der Initiative Minderheiten zusammengestellt wurde und seitdem durch Österreich und die Nachbarländer tourt. Im Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit, als Denkanstoß für die Betrachter. 100 Organisationen haben die Ausstellung bisher gebucht.


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