Ein Nachruf: Keine Eidechsen mehr

Stadtleben | Tex Rubinowitz | aus FALTER 15/00 vom 12.04.2000

Es gibt nur einen einzigen Grund, warum man froh sein kann über die traurige Nachricht, dass das Schönbrunner Bad voraussichtlich nie wieder öffnen wird. Und dieser Grund heißt Herr Weimar - dass diesem miesen Patron der Zugang zu diesem Kleinod in Hinkunft versagt bleibt, wird nicht nur mir ein schwacher Trost sein. Herr Weimar, ein zirka 50-jähriger Wichtigtuer, ein Drückeberger, ein Arbeitsscheuer, einer, der sich die Frühpension ergaunert hat, um eine ruhige Kugel im Freibad zu schieben; mit Klobrillenbart, immer lustig, stets vergnügt und so geschäftig, emsiges Nichtstun, sich bei allen anbiedernd und un-un-ter-brochen schwatzend. Dann sein Schwimmstil: ein Zentimeter pro Minute, quasi hochkant, permanent Plattitüden absondernd, immer von den Startblöcken aus gesehen: rechtsaußen (Gesinnung wohl ähnlich). Einen eigenen Schlüssel hatte er auch, für den Hintereingang, dem Pächter abgeschwatzt in seiner schleimigen Art. Dann, wenn man sich wieder einmal ärgern musste,


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